Demminer Erinnerungsstein

Der Rat der Stadt Bad Bevensen hatte am 22. März 1979 beschlossen, die Patenschaft für die Bürgerinnen und Bürger des Kreises und der Stadt Demmin, die wegen der Teilung unseres Vaterlandes nicht in ihrer Heimat leben konnten und dieser verbunden waren, zu übernehmen.
Anlässlich des 4. Bundestreffens am 04. Mai 1984 wurde die Patenschaft dadurch besonderer Ausdruck verliehen, dass eine Straße den Namen „Demminer Allee“ erhielt und daneben ein Eichenhain sowie ein Gedenkstein mit Bronzeplatte eingeweiht wurden.
Die Bronzeplatte trägt folgende Inschrift:
DEMMINER EICHENHAIN – VERTRIEBENE UND GEFLÜCHTETE BAD BEVENSER BÜRGER AUS DEM BALTIKUM, DER PROVINZ BRANDENBURG, MECKLENBURG, OSTPREUSSEN, POMMERN, SCHLESIEN UND DEMMIN STIFTEN DIESEN HAIN DER NEUEN HEIMAT.

Demminer Erinnerungsstein an der Demminer Allee.

Eingelassene Bronzeplatte.

Im Jahre 2005 wurde die Patenschaft in der Hansestadt Demmin offiziell beendet, doch der Gedenkstein und der Straßenname „Demminer Allee“ bleiben der Nachwelt weiterhin in Bad Bevensen erhalten.

Demminer Allee:

Demminer Allee: Erinnerung an die Patenschaft, die von 1979 bis 2005 bestand.

Ehrenmal im Wilhelmsgarten

Das Ehrenmal im Wilhelmsgarten erinnert an 157 Gefallene des 1. Weltkriegs aus Bevensen und Umgebung. Das Denkmal wurde am 5. Mai 1921 eingeweiht. Finanziert wurde der Bau des Denkmals durch Spenden und einen Beitrag des Fleckens Bevensen.
Das Ehrenmal aus Dolomit besteht aus zwei Sechsecksockeln, einem kleineren daraufliegenden kreisförmigen Sockel, auf denen das säulenartige Denkmal ruht. Die Säule wiederum besteht aus sechs Seitenflächen, von denen fünf die Namen von Gefallenen des 1. Weltkriegs tragen. Auf der sechsten Seite steht die Widmung: "Im Weltkrieg 1914 -1918 starben den Heldentod für ihr Vaterland". Zwischen den Seitenflächen bestehen etwas tiefergelegene Zwischenräume, die im oberen Teil eingemeißelte Verzierungen aufweisen. Den Abschluß nach oben bildet eine halbkugelförmige Kuppe, deren Rand ebenfalls eingemeißelte Verzierungen zeigt.
Errichtet wurde das Denkmal nach einem Entwurf des Hildesheimer Architekten Küsthardt von den Bevenser Steinmetzen Hösch und Meyn.

Einweihung des Ehrenmals am 5.5.1921 unter großer Beteiligung der Bevenser Bevölkerung.

Das Ehrenmal in den 1920er Jahren des vorigen Jahrhunderts ...

... und das Ehrenmal heute.

Heimkehrer-Mahnmal

Die Ungewißheit über das Schicksal der noch hinter Stacheldraht lebenden Gefangenen des Zweiten Weltkrieges und die so sehnlich erwartete Zusammenführung von Familienangehörigen in den Westteil des deutschen Vaterlandes waren für den Verband der Heimkehrer und Vermißten-Angehörigen, Ortsverband Bevensen, Veranlassung genug, an der Kreuzung Medingen Straße/Lüneburger Straße - für Jedermann sichtbar - eine Gedenkstätte zu errichten. Sie wurde aus Spenden finanziert und am 21. November 1953 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung von Bevensen und Umgebung eingeweiht.
Anfang der neunziger Jahre wurde das Heimkehrer-Mahnmal auf den Hindenburgplatz umgesetzt, auf dem es sich bis heute befindet.

Das Heimkehrermahnmal im Jahre 1953 am ursprünglichen Aufstellungsort Ecke Medinger Straße/Lüneburger Straße.

Das Mahnmal heute auf dem Hindenburgplatz an der Ecke Krummer Arm/Medinger Straße.

Heliand-Kreuz

Karl der Große, König der Franken, hatte um 800 in drei blutigen Kriegen den letzten noch heidnischen Germanenstamm, die Sachsen, bezwungen und ihm den christlichen Glauben aufgezwungen. Von den inneren Werten des neuen Glaubens konnten sie auf diese Weise nicht überzeugt werden.

 

Das Heliandkreuz an der Ilmenau.

Karls Nachfolger, Ludwig der Fromme, wollte dem abhelfen und befahl einem ihrer Stammesgenossen, eine Bibeldichtung zu schaffen, die breiten Volkskreisen die neue Lehre in altsächsischer, germanischer Dichtersprache einprägsam näherbringen sollte.

 

Es war ein unbekannter sächsischer Klostergeistlicher, der im Geiste seines Volkes und seiner Ideale ihm die Evangeliendichtung schenkte, um ihm Jesus, den Heiland, altsächsischen HELIAND, als Führer zu Gott nahezubringen.

 

Pastor Ulrich Bahrs hat 1930, dem 1.100. Jahrestag der Christianisierung unserer Heimat das Eichenkreuz an dieser markanten Ilmenauschleife als Denkmal errichten lassen.

Das Kreuz trägt die Inschrift:
IN HELIANDS HEEREN - DIR HÖCHSTER MEHREN - DEIN HEILIGES REICH

 

Die Jahreszahlen am Kreuz zum Gedenken

an den 1.100. Jahrestag der Christianisierung.

Die Schnitzereinen des am 21.09.2007

neu aufgestellten Heliandkreuzes stammen von Holzbildhauermeister Georg Schorr (Bad Bevensen).

Feierliche Einweihung des neuen Heliandkreuzes

am 21.09.2007 durch Samtgemeindebürgermeister Knut Markuszewski, Bürgermeister Uwe Silbermann (Emmendorf) und Bürgermeister Bruno Losiak (Bad Bevensen).

Ansprache durch Pastor Hermann Georg Meyer.

Das alte Heliandkreuz (bis 2006)

Fotos: Andreas Springer

Langensalza-Denkmal

Bei der Errichtung des in der Nähe des Bahnhofes gelegenen Langensalza-Denkmals, für welches der Goldarbeiter Aschoff von seinem Garten unentgeltlich den Platz hergab, mußten außerordentlich viele und große Hindernisse überwunden werden. Nur der Beharrlichkeit der getreuen Hannoveraner ist es zu verdanken, dass dasselbe endlich am 18. Oktober 1889 eingeweiht werden konnte. Allerdings durften von dem Kirchenvorsteher C. Linde bei der Einweihungsfeier wegen eines von der Behörde ausgesprochenen Redeverbotes nur folgende Worte gesprochen werden: "Wir empfehlen das Denkmal dem Schutze der Bevölkerung und bitten um ein stilles Gebet für unsere Gefallenen."

 

Das Langensalza-Denkmal 1895 ...

... und heute

Das Denkmal von Sandstein ist 18 Fuß hoch und besteht aus drei Stufen, einem Sockel mit mehreren Aufsätzen und einem schlanken Obelisken, der von dem springenden Sachsenroß gekrönt wird. Der Sockel zeigt die Inschrift: "Dem Andenken tapferer hannoverscher Krieger, welche in der Schlacht bei Langensalza am 27. Juni 1866 für ihren König den Heldentod starben, ist dieses Denkmal hier errichtet worden von vielen treuen Hannoveranern. 1889."
Weiter folgen die Namen von 34 Offizieren und 42 Unteroffizieren und Mannschaften der hannoverschen Armee. An der Nordwestseite lesen wir: "Aus dem Amte Medingen starben in der Schlacht bei Langensalza den Heldentod H. Schröder - Tätendorf, H. Hilbrecht - Emmendorf, H. Diersen - Kl. Thondorf, W. Meyer - Barum."

Ein Behälter mit der vom Denkmals-Ausschußmitgliede Rentier H. Ellenberg (vormals Korporal im Königlichen Hannoverschen Garde-Regiment und Langensalza-Kämpfer) verfaßten Urkunde ist in den Sockel eingemauert worden.
Bis 1966 umschloß das Gelände ein schmiedeeisernes Gitter. Das schadhaft gewordene Gitter wurde durch eine Steinmauer ersetzt.

Das Langensalza-Denkmal wurde vom Welfenbund Bevensen-Uelzen, Kreisverband Celle errichtet. Es ging in das Eigentum von Herzog Ernst-August von Cumberland (Gmunden) und später auf dessen Rechtsnachfolger im Hause Braunschweig-Lünburg über.

Herzogin Victoria Luise v. Braunschweig-Lüneburg

Herzogin Victoria Luise v. Braunschweig-Lüneburg (4. v.r.), Tochter Kaiser Wilhelms II., besucht 1960 während des Schützenfestes Bevensen und besichtigt mit Mitgliedern der Schützengesellschaft Hannover das Langensalza-Denkmal.

Das Langensalza-Denkmal um 1909 mit dem Kaiserlichen Postamt...

... und aus gleicher Sicht heute.

Hintergrund - Die Schlacht bei Langensalza

Eine blutige Begegnung der so genannten Einigungskriege zwischen Preußen und Österreich war die Schlacht bei Langensalza am 27.06.1866. Zwischen beiden Königreichen, sowie deren verbündeten Staaten, begann ein zunehmender Machtkampf um die Vorherrschaft in Deutschland.
Im Frühjahr 1866 spitze sich die unglückliche Lage zu. Ein geheimes Angriffsbündnis zwischen Preußen und Italien gegen Österreich wurde im April 1866 abgeschlossen. Im Juni stellte Preußen an Hannover, Sachsen und Hessen ein kurzfristiges Ultimatum. Am selben Tag mussten sie Rückantwort geben, ob man im bevorstehenden Krieg zwischen Preußen und Österreich neutral bleiben wolle. Unter Bruch der Bundesverfassung und Missachtung der hannoverschen Neutralität hatte Preußen den norddeutschen Staat angegriffen.

Die hannöversche Artillerie auf dem Merxlebener Kirchberg in der Schlacht bei Langensalza am 27. Juni 1866.

Das hannoversche Heer war dem Feind ausgewichen, und versuchte sich mit den verbündeten bayrischen Truppen zu vereinigen. Bei Langensalza trafen die Hannoveraner auf die preußischen Truppen und die mit ihnen verbündeten Gothaer. Der preußische Angriff hatte den Zweck, die Hannoveraner im Langensalzaer Raum festzuhalten, bis die Truppen von Eisenach, Treffurt und auch aus dem Göttinger Gebiet heran waren. Die Hannoveraner sahen sich eingeschlossen und mussten zwei Tage nach ihrem Sieg kapitulieren. Mit der Unterzeichnung des Kapitulationsvertrages am 29. Juni 1866 war das Ende des Königreiches Hannover besiegelt.
Besondere militärhistorische Bedeutung hatte der erste Einsatz des Roten Kreuzes, welches 1864 durch die Genfer Konvention ins Leben gerufen worden war. Preußen war bereits 1866 Mitglied dieser Konvention, Österreich und Hannover noch nicht. 30 freiwillige Turner aus Gotha und Umgebung, in der Betreuung ausgebildet, eilten auf das Schlachtfeld. Sie trugen zum ersten Mal das Zeichen des Roten Kreuzes am Arm.
Das in Sömmerda entwickelte Zündnadelgewehr kam in der Schlacht bei Langensalza erstmals zum Einsatz.
Eine ständige Ausstellung zur Schlacht und originale Erinnerungsstücke befinden sich im Heimatmuseum unserer Stadt. Es sind dort Waffen, Geschosse, Uniformen, Abbildungen und Lagepläne der Kämpfe um Langensalza zu sehen.
An diese historische Auseinandersetzung erinnern noch heute zahlreiche Denkmale und Grabstätten in und um Bad Langensalza.

Die Langensalza-Medaille

Die Langensalza-Medaille wurde am 27.06.1866 auf dem Schlachtfeld von Langensalza gestiftet. Die erstmalige Verleihung fand am 26.12.1866 durch König Georg V. im österreichischen Exil statt. Nachfolgende Verleihungen erfolgten durch die ehemaligen Kommandeure im Auftrag des Königs. Die Langensalza-Medaille durfte von den ehemaligen hannoverschen Soldaten auch später im preußischen Dienst stehend getragen werden. Die Medaille wurde insgesamt ca. 20.000 Mal verliehen.

Uniformen der hannoverschen Armee 1866

 

Hier können Sie sich den Presseartikel aus dem BLICKPUNKT Bad Bevensen "Bevenser mit eigenem Kopf - Die Schlacht von Langensalza" [515 KB] herunterladen.

Fotos: A. Springer, Stadtarchiv Bad Bevensen, Uniformkunde zur Geschichte der Entwicklung der militärischen Tracht (von Richard Knötel)